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Liebe auf Umwegen – wie mich meine Begeisterung für Sonnenbrillen auf unbekanntes Terrain verschlug

Als ich kürzlich nichts ahnend durch das Abendprogramm zappte, richtete sich meine Aufmerksamkeit plötzlich auf ein mir persönlich ungewohntes Bild. Auf dem Bildschirm flimmerte ein runder Tisch, an dem mehrere Personen, teilweise vermummt, teilweise in nachdenklicher Pose versammelt waren und gebannt in die Mitte des Tisches starrten, auf dem sich einige aufgedeckte Karten befanden. Zunächst war ich verwirrt und konnte schwer ausmachen, was mich an diesem Geschehen faszinierte, doch dann erblickte ich eine junge, attraktive Frau an einem Ende des Tisches. Aufrecht und elegant hinter einem riesigen Stapel von Spielchips sitzend, schaute sie selbstsicher auf den ansonsten männerdominierten Tisch. Unter einer schwarzen Lederjacke ließ sich, farblich abgestimmt, ein Kaschmir-Schal entdecken, der ihren Hals schmückte. Doch das war es nicht, was mich an ihrem Anblick so faszinierte. Das Gesicht der jungen Schönheit war von einer großen dunklen Sonnenbrille geziert. Sie war es, die der jungen Dame diese gewisse Aura verlieh, die mich fesselte. Wie Ihr ja bereits wisst, bin ich ein Riesenfan von Sonnenbrillen, jedoch hatte ich die schmucken Sunglasses bis dato vornehmlich als Mode-Accessoire wahrgenommen und war mehr als überrascht, in diesem Kontext mit so einem Anblick konfrontiert zu werden.

Also verfolgte ich gebannt das Schauspiel für eine Weile und versuchte herauszufinden, was mich an dieser Frau (oder war es die Brille?) interessierte. Da ich ein absoluter Pokerlaie bin, galt meine geballte Aufmerksamkeit dem Auftreten der Pokerspielerin. Sie stach sichtlich aus der Runde hervor, da sie auf der einen Seite die einzige Frau am Tisch war, gleichzeitig jedoch fast die ungeteilte Aufmerksamkeit der Kommentatoren genoss. Als ich mich weiter umblickte stellte ich fest, dass auch viele Männer in der Runde Sonnenbrillen trugen. Es soll dazu gesagt sein, dass die aufwendige TV-Produktion eines Pokerturnieres in einem etwas abgedunkelten Raum stattfand, wodurch sich mir die Logik hinter dieser Fassade nicht gleich erschloss. Lediglich diese Präsenz und Ausstrahlung, gepaart mit dem modisch geschmackvollen Auftreten der Protagonistin in dieser Szene, faszinierten mich. Ihre Sonnenbrille rundete das Bild perfekt ab; sie war sozusagen das Highlight. Mir war es, als würde die Brille ihrer Trägerin eine gewisse Unnahbarkeit verleihen, die durch die Statuen-ähnliche Haltung der jungen Frau noch unterstrichen wurde.


Ich wurde neugierig und gab den Namen der jungen Dame in eine Suchmaschine ein. Vanessa Rousso lautete dieser und sehr schnell wurde deutlich, dass sie eine äußerst erfolgreiche Pokerspielerin ist. Nach ein wenig weiterer Recherche stellte sich heraus, dass sie eine der wenigen weiblichen Top-Spieler auf internationalem Niveau ist und ihrem Ruf in diesem Moment alle Ehre machte. Ein kurzer Blick in Ihre Biografie verriet, dass sie nicht nur beim Pokern erfolgreich war, sondern auch die prestige-trächtige Duke University besuchte und mit „Honors“ (dem bestmöglichen Abschluss) graduiert hatte – Bemerkenswert! Neben ihren zahlreichen Live-Auftritten ist sie auch an den virtuellen Tischen von Poker Stars zu finden.

Abschließend kann ich sagen, dass mich dieses Intermezzo mit dem Pokerbusiness weiter in meiner Liebe für Sonnenbrillen bestärkt hat. Außerdem hat es mir gezeigt, dass eine passende Sonnenbrille weit mehr als ein simples Modeaccessoire sein kann. Den aktuellen Sonnenbrillen Trend für Herbst / Winter 2014 habe ich euch hier bereits vorgestellt. (ClixMa 12/2014)