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Nibelungenlied

Das Nibelungenlied besteht aus 39 Aventiuren. Inhaltlich lässt sich das Epos am besten in zwei Teile gliedern. Die Aventiuren 1-19 erzählen die Geschichte von Siegfried und Kriemhild, die Aventiurien 20-39 von Kriemhilds Rache an den Nibelungen.

Das Epos beginnt mit der Vorstellung der Burgundin Kriemhild, die mit ihrer Mutter Ute und ihren Brüdern, den Königen Gunther, Gernot und Giselher in Worms lebt. Gefährten der drei Könige sind Hagen von Tronje, sein Bruder Dankwart, Ortwin von Metz, Gere, Eckewart, Volker von Alzey, Rumold, Sindold und Hunold. Siegfried ist der Sohn von Sieglinde und König Sigmund und wuchs in Xanten am Niederrhein auf. Als Siegfried von der Schönheit Kriemhilds erfährt, fasst er den Entschluss, nach Worms zu ziehen und um sie zu werben. Nachdem es in Worms fast zum Kampf zwischen Siegfried und den Burgundern gekommen wäre, wird er doch als Gast am Hof willkommen geheißen. Siegfried lebt nun einige Zeit bei den Burgundern, immer in der Hoffnung, eines Tages um Kriemhilds Hand anzuhalten.

 

Auch Kriemhild verliebt sich in Siegfried. Als die Sachsen und die Dänen die Burgunder angreifen, verdanken die Burgunder Siegfried einen glorreichen Triumph.

Als nun König Gunther von Königin Brünhild von Island hört, beschließt er, um sie zu werben. Siegfried rät ihm ab, weil er weiß, dass jeder Bewerber in einem Wettkampf gegen Brünhild antreten muss, an dem bisher jeder scheiterte und so sein Leben verlor. Gunther lässt sich aber nicht von seinem Plan abbringen. Mit der Aussicht, Kriemhild zur Frau zu erhalten, verspricht Siegfried, Gunther bei der Brautwerbung zu helfen. Tatsächlich überlisten Siegfried und Gunther Brünhild. Mit Hilfe der Tarnkappe aus dem Nibelungenschatz wird Siegfried unsichtbar und trickst Brünhild im Wettkampf gegen Gunther aus. So wird sie Gunthers Frau und Kriemhild wird mit Siegfried vermählt. Brünhild verweigert Gunther jedoch den Beischlaf. Erst als Siegfried an Gunthers Stelle Brünhilds Widerstand im Bett bricht, lässt diese ihren Mann gewähren. Siegfried stiehlt Brünhilde nach dem Kampf ihren Ring und ihren Gürtel und schenkt beides seiner Frau Kriemhild. Siegfried und Kriemhild ziehen dann nach Xanten. Dort gebiert Kriemhild nach 9 Jahren einen Sohn, der Gunther getauft wird. Auch Brünhild gebiert in Worms einen Sohn, der auf den Namen Siegfried getauft wird. Auf Brünhilds Wunsch laden die Burgunder Siegfried und Kriemhild nach Worms ein. Dort jedoch geraten Kriemhild und Brünhild in Streit. Brünhild behauptet, Siegfried sei nur ein Vasall Gunthers und deshalb mit ihm nicht auf eine Rangstufe zu stellen. Kriemhild bestreitet dies. Die beiden Frauen treten nun in Konkurrenz zueinander und versuchen, sich gegenseitig zu erniedrigen und zu übertrumpfen. Kriemhild berichtet Brünhild, dass Siegfried, nicht Gunther, sie im Bett besiegt und zur Frau gemacht hat und zeigt ihr den gestohlenen Ring. Brünhild beschuldigt Kriemhild, den Ring entwendet zu haben. Daraufhin wiederholt Kriemhild ihre Anschuldigung und zeigt Brünhild den gestohlenen Gürtel. Nun schreiten die Könige ein. Siegfried weist die Anschuldigungen von sich und Gunther spricht ihn frei. Brünhild und Kriemhild bleiben jedoch verfeindet. Hagen plant nun, Brünhilds Schmach zu rächen und versucht auch, andere Könige und Recken von seinem Mordgedanken zu überzeugen. Gunther und Hagen täuschen eine Kriegserklärung der Sachsen und Dänen vor. Siegfried verspricht, mit den Königen in den Kampf zu ziehen. Mit der Vorgabe, Siegfried beschützen zu wollen, entlockt Hagen Kriemhild Siegfrieds Geheimnis. Nachdem Siegfried in seiner Jugend den Drachen erschlug, badete er in dessen Blut, um Unverwundbarkeit zu erlangen. Zwischen die Schulterblätter flog aber beim Baden ein Lindenblatt, dorthin konnte kein Blut gelangen und Siegfried ist an dieser Stelle doch verwundbar. Nachdem es dann nicht zum Kampf mit den Sachsen und Dänen kommt, fahren die Helden stattdessen auf eine Jagd. Während der Jagd ermordet Hagen Siegfried mit dessen eigenem Speer. Die Helden versuchen, diesen heimtückischen Mord zu vertuschen, aber Kriemhild ahnt sofort, dass Hagen die Tat beging. Kriemhild und alle einstigen Gefährten Siegfrieds schwören Rache. Nach der Beerdigung kehrt König Sigmund allein zurück in die Niederlande. Kriemhild bleibt bei ihrer Verwandtschaft. Dreieinhalb Jahre lang spricht sie nicht mehr mit Gunther und Hagen, dann versöhnt sie sich wieder mit Gunther. Die Männer überreden Kriemhild, den Hort der Nibelungen als die ihr zustehende Morgengabe nach Worms zu holen. Kriemhild verwaltet den Schatz nun sehr freigiebig. Hagen befürchtet, dass Kriemhild mit ihrem Reichtum Ritter an sich bindet, um mit deren Hilfe Rache an ihm und den Brüdern zu üben. Er stiehlt den Hort der Nibelungen und versenkt ihn im Rhein. So endet der erste Teil des Epos.


 

Im zweiten Teil erfährt der König der Hunnen, Etzel (nordisch: Attila) von der edlen Kriemhild. Etzel beschließt, um sie zu werben und schickt mit diesem Auftrag den Markgrafen Rüdiger von Bechelaren (Pöchlarn) nach Worms.

Hagen rät von der Hochzeit ab, da er ahnt, dass Kriemhild mit Hilfe der Hunnen an den Burgundern Rache nehmen könnte. Kriemhild willigt in die Heirat ein, obwohl sie Christin und Etzel Heide ist. So zieht sie mit ihrer Gefolgschaft, Rüdiger und dessen Gefolgsleuten zu Etzel. Auf dem Weg besuchen sie noch Kriemhilds Onkel, den Bischof von Passau. Nach der Hochzeit in Wien leben Kriemhild und Etzel in Etzelburg (Gran). Kriemhild gebiert nach sieben Jahren einen Sohn, der Ortlieb getauft wird. Nach weiteren sechs Jahren überredet Kriemhild Etzel, ihre Brüder und deren Gefolgsleute nach Etzelburg einzuladen. Sie gibt vor, Sehnsucht nach ihnen zu haben, aber in Wirklichkeit will sie Rache für Siegfried nehmen. Hagen rät den Burgunderkönigen ab, die Einladung anzunehmen, aber als diese nicht auf Hagen hören wollen, will er nicht als Feigling dastehen und fährt mit. Unterwegs bringt Hagen einen Fährmann um, um den Rhein überqueren zu können, und provoziert so einen Kampf mit den Bayern Else und Gelfrat. Vorher prophezeien ihm einige Meerfrauen, dass außer dem Kaplan des Königs keiner der Burgunden diese Reise überleben wird. Um die Voraussage der Meerfrauen zu überprüfen, versucht Hagen, den Kaplan zu ermorden, aber dies misslingt ihm. Hagen weiß nun, daß den Burgunden ihn Etzelburg der Tod erwartet. Bei Rüdiger von Bechelaren bleibt der Königszug vier Tage zu Gast und Giselher verlobt sich mit Rüdigers Tochter Gotelint. Als Dietrich von Bern von dem anstehenden Besuch der Burgunder bei den Hunnen hört, warnt er diese vor der Gefahr durch Kriemhild. Dennoch kehren die Burgunder nicht um. Nach der Ankunft in Etzelburg sucht Kriemhild nach einer Möglichkeit, die Burgunder anzugreifen, aber sie sind vorsichtig. Trotzdem nehmen die burgundischen Ritter am Wettkampf teil. Kriemhild bittet Dietrich von Bern um seine Unterstützung für ihre Rachepläne, aber dieser lehnt ab. Blödel jedoch verspricht, ihr im Tausch für eine Grenzmark zu helfen.

 

Er beginnt den Kampf, indem er und seine Leute Dankwart, zwölf Ritter und 9000 Knappen angreifen.

Blödel wird von Dankwart erschlagen, der als einziger Burgunder überlebt und die Könige und deren Gefolge warnt. Daraufhin erschlägt Hagen das Kind Ortlieb. Im weiteren Verlauf verlieren viele tausend Ritter Etzels das Leben. An Etzels Seite kämpfen auch Iring von Dänemark, Irnfried von Thüringen, Rüdiger von Bechelaren, der wegen der Verlobung seiner Tochter mit Giselher vor einem Gewissenskonflikt steht, und Dietrich von Bern samt tausende von ihren Gefolgsleuten. Etzel selber kämpft nicht. Am Ende überlebt auf der Seite der Kämpfer für die Hunnen nur Dietrich, der die letzten lebenden Burgunder, Hagen und Gunther, gefangen nimmt. Dietrich übergibt Kriemhild die Gefangenen mit der Bitte, sie zu schonen. Kriemhild verspricht es. Um aber von Hagen das Versteck des Nibelungenhortes zu erfahren, läßt sie Gunther töten. Als Hagen ihr dann immer noch nicht das Versteck verraten will, köpft Kriemhild ihn mit Siegfrieds Schwert. Daraufhin tötet Hildebrand, ein Gefolgsmann Dietrichs, Kriemhild, da sie es als Frau wagte, einen Recken zu töten. So endet das Nibelungenlied.