Die bereits im 18.Jahrhundert beabsichtigte Errichtung eines Denkmals verwirklichte der 1856 gegründete Luther-Denkmal-Verein. Beiträge aus Europa, Nord- und Südamerika ermöglichten die Erstellung des, von Ernst Rietschel 1859 entworfenen und von ihm (gestorben 1861) sowie seinen Schülern Donndorf, Kietz, Schilling und dem Architekten Nicolai fertig gestellten Lutherdenkmals.
Am 25. Juni 1868 fand die Enthüllung statt, die als Fest der evangelischen Christen begangen wurde. Unter den mehr als 20 000 Festteilnehmer waren zahlreiche Fürsten und führende evangelische Persönlichkeiten. Das Denkmal wurde der Stadt in Eigentum und Obhut übergeben. Den beiden Vorsitzenden des Denkmalbauvereins, Dekan E. F. Keim und Gymnasiallehrer Dr. F.J. Eich verlieh die Stadtverordnetenversammlung das Ehrenbürgerrecht.
Die neuen theologischen Denkansätze und Reformbestrebungen des 15. / 16. Jahrhunderts standen in enger Wechselbeziehung mit der Wissenschaft und der weltlichen Macht.
Rietschel hat das in historischer Manier dargestellt. Er betont die von Deutschland ausgehende Reformation als Vollendung jahrhundertlanger abendländischer Bemühungen um die Wahrheit des Evangeliums. Seine Darstellung des Reformationsgeschehens beschränkt sich jedoch auf das deutsche Luthertum. Auf die große Bedeutung der Reformation für andere europäische Länder (Frankreich, Ungarn, skandinavische Länder) und ihre weltweite Auswirkung geht er nicht ein.
Dem Entwurf Rietschel liegt das Lutherlied „Ein feste Burg“ zugrunde. Die quadratische Grundfläche ist an drei Seiten von Mauern umschlossen, unter deren Zinnen sich Wappen von Städten befinden, die sich der Reformation anschlossen. Auf erhöhten Postamenten stehen Persönlichkeiten der Reichspolitik und des Humanismus des 16. Jahrhunderts, die mit Luther verbunden waren. Zwischen ihnen sitzen drei allegorische Figuren, die Ereignisse und Auswirkungen der Reformation symbolisieren. In der Mitte des Denkmals erhebt sich turmartig über Treppenstufen das Hauptpostament, auf dem Luther im Predigtrock mit der Bibel dargestellt ist. Er blickt nach dem Bereich des verschwundenen Bischofshofes, wo er im Schatten des Domes 1521 vor Kaiser und Reich stand. Unter ihm sitzen auf vier Sockelpfeilern die Vorreformatoren Wyclif und Hus, der Gründer der Waldenserbewegung Petrus Waldus und der Mönch Savonarola. An den Seiten des Postamentes sind Wappen, Medaillons und Reliefs angebracht, die das Reformationsgeschehen illustrieren.
Textquelle: Stadt Worms
Weitere Informationen über das größte Reformationsdenkmal der Welt
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